Ein Gespenst geht um in Südtirol…

…der Landtagskandidat (und auch manche Kandidatin)!

Ihr findet sie auf den Wiesenfesten, den Kirchtagen, den Festivals und anderen Veranstaltungen, die zu Nicht-Wahlzeiten den NormalbürgerInnen vorbehalten sind.

mataner-kirchtagGestern etwa war Mataner Kirchtig. Ein wirklich schönes Fest in meinem Dorf. Normalerweise spielen dort diverse Bands und Kapellen in den verschiedenen Innenhöfen und die Vereine bieten Essen und Trinken an. Weil aber gestern schon Wahlkampf war, war diesmal auch LH Durnwalder dort (beeindruckend, wie er sich papstähnlich durch die Reihen bewegte, Hände schüttelte, und die Frauen des Familienverbands, die servierten, um die Taille fasste). Wir hätten gern ein Standl zur Unterschriftensammlung für die Direkte Demokratie gemacht, wovon uns abgeraten wurde. Der Kirchtag sei nicht ein politischer Event, hieß es in der Gemeinde. Seinerseits wies der LH in seiner Rede auf die Verdienste der Landesregierung hin und auf den Präsident der Bezirksgemeinschaft Schiefer (Landtagskandidat), den er uns über den grünen Klee lobte.

Am Rande standen einige weitere LandtagskandidatInnen der SVP und jene der Freiheitlichen herum.  Sie konnten einem fast leid tun, standen sie doch dort wie bestellt und nicht abgeholt. (Ja, auch ich war dort, bin ja schließlich die Frau eines der Musiker!)

So ist das Kandidatenleben eben, schienen ihre müden Gesichter zu sagen, wir müssen uns unter die Leute mischen. Das Problem ist nur, dass die Leute so wenig Lust hatten, sich von den Kandidaten unterwandern zu lassen. Sie feierten lieber, wie übrigens auch vom LH aufgetragen („Feierts!“) und es war ein wenig komisch zu sehen, wie die angehenden Landtagsabgeordneten das Feiern des Volkes betrachteten.

Ich schreibe das alles mit ironischem Unterton.

Der ist aber gar nicht so angebracht. Denn kam ich selber von unserer KandidatInnen-Klausur, wo wir uns ebenfalls die Frage gestellt hatten, ob es denn wichtig sei, sich auf den Festen „blicken zu lassen“. Einige von uns fanden: Unbedingt! Die anderen sind ja auch dort und dann fragt man sich wieder einmal: „Wo sind denn die Grünen?“. Ich fand diese Haltung berechtigt und bereitete mich mental schon auf einen Feier-Herbst vor. Aber am Abend auf unserem Kirchtag, da kamen mir Zweifel.

Denn ist es das, was unser Land braucht? Leute, die am Rand der Feste herumstehen und zeigen, dass sie nicht so unsympathisch sind, wie ihre Bewerbung um ein Landtagsmandat vermuten lassen könnte? Oder aber ist es notwendig und gescheit, sich zur Verfügung zu stellen, auch auf Festen und Veranstaltungen, für Anregungen, Nachfragen, Kritiken?

Noch während ich mir auf unserem Kirchtig diese Frage stellte, kam ein wilder Wolkenbruch.

Und alle, Kandidaten und Festbevölkerung, haben wir geschaut, so schnell wie möglich nach Hause zu kommen.  

 

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