Am siebten Tage ruhte Gott. Warum eigentlich?

Tutipracht 2015Der Sonntag als Ruhetag ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern wurde sozusagen von höchster Stelle eingeführt.Mich hat immer schon fasziniert, dass am Anfang der Schöpfungsgeschichte der Ruhetag festgeschrieben ist.

So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge.
Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte.
Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.
(Genesis 2,2 und 2,3)

Gott hat sechs Tage gearbeitet – und dann hat er geruht. Dabei, so könnte man meinen, müsste ein Gott doch immer produktiv sein können, doch das will er ganz offensichtlich nicht.

Auch wer wie ich nicht gläubig ist, erkennt die Botschaft, die in allen Religionen und Kulturgeschichten verankert ist, nämlich dass es Momente der Distanz braucht, Augenblicke, in denen man das andauernde Schaffen unterbricht und ruht. Auch die Natur macht das vor. Auch sie kennt fruchtbare Zeiten und Zeiten des Ruhens, Zyklen, die sich immer wieder abwechseln.

Mit unserer Produktions- und Konsumwelt von heute lässt sich das nur mehr schwer vereinbaren. Maschinen müssen immer laufen, um ausgelastet zu sein, Menschen müssen immer konsumieren, damit das Wirtschaftsrad sich ständig drehen kann. Trotzdem spüren viele von uns, dass das so nicht mehr aushaltbar ist und das uns das als Gesellschaft nicht mehr gut tut.

Der Südtiroler Landtag hat gestern, 5. Februar 2015, praktisch einstimmig den Antrag der Freiheitlichen Kollegen genehmigt, der den Staat auffordert, die Sonntagsruhe zu schützen.

Spannend wird sein – ich muss diese kleine politische Spitze unterbringen in diesem ein wenig nach Sonntagspredigt klingenden Post, wie sich die Sonntagsruhebefürworter dann verhalten, wenn es um die Einkaufszentren geht. Da wird dann wieder die Freiheit der Konsumenten und das Bedürfnis nach Wachstum und Entwicklung im Vordergrund stehen.

So ändert sich auch im politischen Alltag immer wieder die Meinung, werktags wie sonntags, je nachdem wie’s braucht.

Gutes Rasten, trotzdem, ich verabschiede mich in einen Kurzurlaub und erlaube meiner Seele, mich wieder einzuholen in dieser hektischen Zeit.

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