Una Politica della Buona Vita. Eine Politik des Guten Lebens. Discorso alla Landesversammlung, BZ, 27.05.2017

TrommelnBuon giorno!

Die Grundfrage: Worum hat es zu gehen?

Di che cosa dobbiamo occuparci (e di che cosa dobbiamo pre-occuparci)? Vorrei mettere al centro delle nostre riflessioni di oggi il concetto della Buona Vita, das Gute Leben, il Buen vivir. Sembra una banalità (non dobbiamo mirare tutti alla buona vita? Che c’entra la politica?) invece potrebbe, dovrebbe forse essere sempre maggiormente essere il nostro Leitfaden, il filo verde per quello che facciamo. Il Buen vivir si è sviluppato all’interno delle popolazioni indigeni ed è la summa summarum della loro saggezza. In un momento in cui il nostro sapere di „occidentali“ sta giungendo decisamente ai suoi limiti magari è il caso di rivolgerci ad altre saggezze, a quelle delle donne, ad esempio, dei poveri,dei popoli sottomessi…

Tre pilastri ha il Buen vivir:

  1. Vivere il legame con la natura
  2. La comunità
  3. La fiducia.

Natur, Gemeinschaft, Vertrauen – das ist das Dreieck des Guten Lebens laut den indigenen Völkern Südamerikas und es wird von ihnen auch im Politischen, insbesondere im Politischen gelebt, bzw. als lebbar angesehen.

Nein, es geht nicht um Fein sein, beinander bleiben, um Kuschelprogramme, Schönwetterreden oder leichtfertige Gutmütigkeiten, sondern um eine klare politische Ansage, die zum jetzigen Zeitpunkt mehr denn je gebraucht wird.

Wenn Verbundenheit mit der Natur als Ziel der Südtiroler Politik stünde, gäbe es ein anderes Raumordnungsgesetz als jenes, durch das wir uns derzeit in der frustrierten Analyse quälen.

Es gäbe keinem Widerstand gegen unsere Gesetzesinitiativen gegen Pestizide oder Herbizide, die Beibehaltung der Wintersperre am Würzjoch wäre ebenso logisch wie die Einschränkung des Flugverkehrs über dem Unterland und dem Bozner Talkessel.

Konventionelle Landwirtschaft wäre jene, die seit Jahrhunderten Menschen auf dem ganzen Planeten ernährt, Tierfabriken wären undenkbar, dafür müsste man über die Förderung von Gärten nicht müde lächeln oder sich gar aufregen.

Klimaschutz wäre nicht nur das Anliegen von ein paar Spinnern, die gegen Großkonzerne aufbegehren, sondern wäre erste und oberste Priorität, um unseren zerbrechlichen Planeten noch halbwegs gesund an die nächsten Generationen zu übergeben.

Come vedete in questi pochi esempi, questo fil rouge ci può guidare a tutti i livelli, dal lavoro della singola consigliera di circoscrizione fino alle trattative internazionali.

Certo, una bella sfida, significa una svolta radicale, passare dall’antropocentrismo al biocentrismo, considerare i diritti della natura pari ai diritti di noialtre.

Übrigens habe ich mir zum sichtbaren Zeichen der Verbundenheit mit der Natur angewöhnt, immer eine Blume oder eine lebende Pflanze im Blickfeld zu haben. Und manchmal denke ich, dass das mehr Veränderung in den Landtag bringt als viele Beschlussanträge…

Und auch wenn wir in der pragmatischen Sachpolitik, die wir auf allen Ebenen betreiben, stets auch kleine Schritte in die richtige Richtung würdigen, so darf uns das Ziel vor Augen nicht verloren gehen.

Und das ist jenes einer radikalen Wende.

Einer radikalen Wende in der Umweltpolitik, der Verteilung, der demokratischen Vertretung – vor allem aber auch eine Denkwende.

Denn das Schöne unserer grünen Politik (lo dico in ogni discorso, scusate) ist genau das. Dass wir immer bei uns selbst anfangen können. Während andere „auf die da oben“ schimpfen und zugleich weidlich deren Spiel mitspielen, ist uns Grünen seit jeher das Privileg bewusst, dass das Welt-verändern nicht in der großen Politik beginnt, sondern bei unserem Essen, unserer Kleidung, unserem Verkehrsmittel, unserem Konsumverhalten.

È purtroppo anche questo che ci rende antipatici, moralisti, fondamentalisti se sei coerente e slavato quando non sei fondamentalista. Insomma, il cruccio di essere verdi lo conosciamo e non voglio dilungarmi. Il mio discorso ci vuole motivare, renderci orgogliosi di noi e farci venire voglia di andare avanti e di crescere.

Ce n’è, ce n’è, da essere orgogliosi. Poi tirerò anche le somme del percorso fatto in questi anni, ma vorrei soffermarmi un attimo ancora sulla Buona Vita.

Perché il secondo pilastro è quello della Comunità.

Per una buona vita è fondamentale poter vivere bene il nostro essere esseri-sociali.

Se pensate che l’umanità si è sviluppata (non come si pensava un tempo, dopo aver imparato ad usare gli utensili) per la comunicazione e la socialità, allora forse dobbiamo fare il punto della situazione sulle evoluzioni recenti.

Mi riferisco da un lato all’aspetto individuale e al rischio di perdere competenze in un mondo che relega la comunicazione a un livello digitale (e ringrazio il gruppo DIGITAL SUSTAINIBILITY che si è formato da poco nei Verdi e che si occupa proprio di queste tematiche) e che all’insegna di indipendenza crea persone sempre più sole (pensate che stiamo perdendo anche competenze banali come chiedere a qualcuno di farci una foto o di spiegarci la strada…).

Auf der anderen Seite aber beziehe ich mich auf das Gesamtgesellschaftliche und sage es ganz deutlich:

Eine Gesellschaft kann niemals ein Gutes Leben bieten, wenn sie ausschließt. Una società non può offrire una buona vita se esclude.

Se esclude dalla ricchezza, dal benessere, dall’eguaglianza dei diritti.

Für uns ist es logisch und es langweilt auch, immer das Gleiche zu wiederholen: Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit müssen Hand in Hand gehen. Non siamo per una politica ecologista fine a sé stessa.

Non esiste, se non è solidale.

Mi sono praltro convinta, osservando i Verdi di tutta Europa, che attualmente il più grande impegno, specie dei e delle giovani Verdi, non punta principalmente sull’ambiente, il nostro tradizionale „core business“, ma che il vero Herzblut, il maggiore movimento nel senso di Bewegung lo si trova nell’ambito della politica della migrazione.

Sono giunta alla conclusione che infatti attualmente la forza più dirompente dei Verdi sia in ambito sociale,proprio nelle politiche dell’integrazione. La paragono alle tematiche ambientali nei primi anni dei Verdi.

Das große gesellschaftliche Innovationspotenzial der ersten Grünen lag in der Umweltpolitik und im alternativen Auftritt. Sie haben damals sehr angeeckt, wurden verlacht, an den Rand gedrängt – und dabei haben sie aber auch Erneuerung und Entwicklung geschaffen. Heute ist Umweltpolitik Teil des Establishment und gilt als politischer Mainstream.

Und wieder sind wir Grünen es, die in der größten gesellschaftlichen Herausforderung dieser Zeit – eben der Migrationsfrage – voran gehen, den Kopf hinhalten, auf Entwicklung pochen, sie politisch einfordern und menschlich vorleben. Wieder werden wir verlacht und als Naivlinge marginalisiert.

Vielleicht kann uns aber auch dieses Bewusstsein, dass wir nicht weltfremd sind, sondern nur der Zeit voraus, stützen und stärken.

Ich plädiere daher insistent für ökosoziale Politik, mehr denn je, più convinta che mai.

Ja, man das Thema der sozialen Gerechtigkeit ganz schön ausklammern. Wir sehen das bei manchem politischen Mitbewerber im Landtag, der immer dann aus dem Saal geht, wenn es um brenzlige soziale Themen geht.

Wir sind dann als Gutmenschen allein auf weiter Flur, manchmal trotzig, manchmal frustriert und abgekanzelt, meistens aber mit dem sicheren Gewissen, dass wir genau das Richtige sagen, auch wenn es weh tut.

Wir fühlen uns dabei ehrlicher und konsequenter als jene, die HabtAcht stehen, wenn der Bischof kommt und die wehrhaft das Kreuz als Zeichen unserer „christlichen Wurzeln“ verteidigen und dann aufrufen zum Abschieben, zum Isolieren, zum Ausgrenzen, zum Unterscheiden zwischen jenen, die sich den Wohlstand verdienen und anderen, die ausgeschlossen sein sollen. Die jährlich im November schreien, dass die Martinsprozession gefährdet ist – und dann fordern, dass den Obdachlosen am Magnago-Platz die Decken weggenommen werden.

Si, fa male, pensare alla povertà, anzi all’impoverimento.

Disturba, pensare alle disuguaglianze.

Ciò nonostante credo che in questo ci sia anche la più forte richiesta sociale (appunto) verso di noi. In mancanza di una vera forza socialdemocratica in Südtirol-Alto Adige, noi occupiamo questo spazio politico – e credo che negli appuntamenti elettorali dei prossimi tempi`sarà proprio su questo che bisognerà alzare la voce. (grazie al gruppo social&green, alle donne verdi e a VerdECOnomia che stanno ponendo le basi da tempo per una riflessione approfondita e consapevole di questi argomenti).

Kommen wir noch zum Vertrauen, der dritten Säule des Buen Vivir, la fiducia. Ich möchte hierzu einen Blick auf die Politik im engeren Sinne werfen, auf die Demokratie – auf sie hatten wir auch in unserer Wahlkampagne 2013 zusammen mit der Umwelt den Schwerpunkt gesetzt – nicht zuletzt nach der allseits gewürdigten Arbeit von Riccardo und Hans in Sachen SEL und im Hinblick auf die Ankündigungen der neuen SVP-Spitze auf Erneuerung und Erweiterung der demokratischen Mitgestaltung im Lande. Wir werden dazu noch ausgiebig Stellung nehmen, in den kommenden Monaten.

Im Moment möchte ich ein wenig die allgemeinere Entwicklung beschreiben und unserer Rolle darin nachspüren.

Zwei Momente der letzten Tage und Wochen haben mir sehr zu denken gegeben. Einmal die Rede von Emmanuel Macron nach seinem Sieg im ersten Wahlgang. Wie wir alle war ich natürlich froh, dass Le Pen nicht gewonnen hatte. Aber die Inhaltsleere seiner Rede machte mich betroffen. Es ging um ihn. Um das Vertrauen, das man in ihn zu setzen hatte, um seine Redlichkeit, seine Unabhängigkeit von Parteien und politischen Interessensgruppen. Ähnliches erleben wir in Österreich von Sebastian Kurz und nicht viel Anderes ist im Südtiroler Landtagswahlkampf zu erwarten. Pare che i partiti come scrigni dei valori o come piattaforme di confronto non servano più, anzi, siano di impiccio. L’alternativa è la proiezione di tutte le aspettative su un’unica persona, spesso anzi su un unico uomo. In genere, se è furbo, non si scopre mai del tutto, si tiene molte vie aperte. Così può piacere a tutti e al contrario di tutti.

Es ist die Ära der Publikumslieblinge angebrochen, und jene der Beliebigkeiten. Die Zeiten von kantigen PolitikerInnen, die auch einmal aneckten, provozierten, neue Straßen eröffneten, auf die Nerven gingen, scheint ebenso vorbei wie jene der Parteien oder Bewegungen als Identifikationspoole. Die Halbwertszeit von PolitikerInnen hat sich ungemein verkürzt. Expertise, kollektive Entscheidungsfindung, generationelle Weitergabe von Werten, das alles scheint passé. Der Tanz der Eitelkeiten, la sfida dei narcisi ist grässlich anzusehen. Mich besorgt diese Entwicklung und ich kann euch nicht sagen, wie stolz ich darauf bin, einer Bewegung anzugehören, die sich weiterhin, bei aller nötigen Modernität im Auftritt (übrigens haben wir auch endlich ein neues Corporate Design und im Herbst wird es auch eine neue Homepage geben), dieser Entwicklung verweigert. Wie sehr freut es mich, dass in Österreich im angehenden Ego-Match bei unseren grünen FreundInnen zwei Frauen vorne stehen, die die Sachpolitik noch nicht verlernt haben und mit Energie und Kompetenz den eitlen Tröpfen zu Leibe rücken werden. (Alles Gute, Ingrid und Ulli!!)

Io credo, spero, che ci sia ancora spazio in politica, per una politica sana e non narcisistica. Lo schema del narcisismo prevede che ci si esalti nell’abbassare l’altro. In genere nelle assemblee dei partiti gli applausi più grossi arrivano quando si parla male dell’avversario. È facile. Crea spirito di appartenenza. Esalta i propri pregi, più spesso copre le proprie mancanze. Non è un meccanismo sano per la politica. Da un lato affascina il pubblico, dall’altro crea disprezzo verso la politica (tanto, quelli sanno solo litigare). Fa parte della politica sana, ecologica invece essere corretti. Siamo per la non-violenza? Allora pratichiamola anche in politica. Tra Vaffanculismo e Qualunquismo c’è spazio. Lo spazio per noi, la nostra buona politica verde, costruttiva, critica e propositiva.

Die kleine, selbstbezogene Frage also, Wie wollen wir sein? verschmilzt mit der großen Frage: Wie verändern wir Welt? (denken wir an den alten Berliner Grünen Hans Christian Ströbele, der auf die Frage, warum er mit Mitte 70 noch einmal kandidiere, geantwortet hat: Weil es mit der Weltrevolution noch nicht ganz geklappt hat…)

Wir wissen: Nicht durch Schweigen, Wegschauen, sich Wegducken. Ganz sicher auch nicht durch narzisstische Selbstdarstellung. Leider auch nicht durch Selbstausbeutung, die dem guten Leben ebenfalls zutiefst widerspricht und die bei uns Grünen schon fast in den Genen liegt (die zweite Episode dieser Tage, die mich sehr berührt hat, war der Rücktritt von Eva Glawischnig, die es offensichtlich nicht mehr derpackt hat und kurz vor dem Abgrund den Absprung geschafft hat).

Nur eine kollektive Leistung kann dies alles verhindern. Siamo state, con le Donne verdi, a un Workshop di percussioni, l’altra sera. Non era solo bello e divertente, trovare il ritmo insieme, e fare, per una volta, qualcosa di „fisico“, era anche un’esperienza di conoscenza. Se si battono i tamburi insieme, anche se per una volta perdi il ritmo, lo ritrovi, perché le altre lo portano avanti. Se sbagli ti riprendi subito, perché le altre di ripigliano. È stata una lezione di bella politica, la nostra serata trag li strumenti musicali. Abbiamo visto anche che ci sono molti modi per amplificare i suoni, modi che l’umanità ha sviluppato nei millenni, prendendo pezzi di natura, di piante, di animali, usandoli per far sentire la propria presenza. Per avvertire dai pericoli, mandando suoni attraverso il paesaggio, per le colline. Per gustare la bellezza dei suoni. E per farla risuonare insieme.

Questo è credo,il nostro compito nel mondo. Das ist unsere Aufgabe in der Welt. In den letzten Jahren haben wir sie erfolgreich wahrgenommen. Auch wenn unser Selbstbild immer sehr kritisch ist und unsere Unzulänglichkeiten in den Mittelpunkt stellt, so sollten wir manchmal auch auf unsere Erfolge schauen.

Seit 2008 haben wir uns bei den Landtagswahlen um 50 % gesteigert, wir haben einen Parlamentarier nach Rom entsandt, was kein Wunder war, sondern auch gewiefte Strategieentscheidung. Beinahe hätten wir es mit Oktavia Brugger wieder ins Europaparlament geschafft. Wir stellen in Bozen die Stadträtin (e a volte, seguendo le politiche di BZ sui media, sembra anche che sia l’unica assessora della città…), in Meran zusammen mit der Liste Rösch den Bürgermeister. Wir sind in diesem Sinne die zweite Regierungskraft im Lande.

Possiamo essere quindi anche orgogliosi, ogni tanto. Tutto questo lo abbiamo raggiunto sempre riunendo le forze, scegliendo le streategie più intelligenti e soprattutto credendo in quello che facciamo e credendo in quello che vogliamo raggiungere.

Un mondo migliore, una buona vita per tutte noi. E per i compagni e le compagne nella natura e per il pianeta che ci ospita.

C’è bisogno di noi. Es braucht uns.

Danke. Grazie.

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