Sexarbeit: 3 andere Blickwinkel

sexarbeit-ausschnittSchauen wir einmal anders als üblich auf das Thema Prostitution. Wir schlagen 3 Blickwinkel vor, um vielleicht daraus auch andere Handlungsrichtungen abzuleiten:

  1. Prostitution ist ein Männerphänomen. Normalerweise stehen die Frauen, die Sex gegen Bezahlung anbieten, im Mittepunkt des öffentlichen und politischen Interesses. Dabei sind die Frauen im gesamten Phänomen Prostitution nur ein kleiner Teil. In Italien stehen die ca. 27.000 weiblichen Prostituierten ca. 2,5 Millionen Kunden gegenüber. Männliche Prostituierte und weibliche Kundinnen sind Randfiguren in diesem Szenario. Es wäre also sinnvoll, den Blick auf die Käufer zu richten. Wir sind gegen Ahndung der Kunden von Prostitution. Die Kundschaft sollte erhoben, analysiert, sichtbar gemacht und vor allem aber darüber informiert werden, wen und was sie beim Sexkauf bezahlen.
  2. Prostitution als freiwillig gewählter Beruf (wir nennen dies Sexarbeit) ist nur ein winziger Teil des gesamten Phänomens. Für die Sexarbeiterinnen, die ihre Dienstleistung selbstbestimmt anbieten möchten, können wir auch eine Art von Bordell akzeptieren, sofern von den Frauen gewünscht. Internationale Erfahrungen aber zeigen, dass der Straßenstrich dadurch kaum gemindert wird – dabei wird ja gerade dieser allgemein als Problem wahrgenommen. Der übergroße Teil der Prostituierten sind eben nicht freie Sexarbeiterinnen, sondern Sklavinnen, ausgebeutete Frauen, die über Menschenhandel nach Europa gekommen sind und die keineswegs frei über Beruf, Standort, Einkommen entscheiden.
  3. Meistens wird die Sicherheit und Gesundheit der Frauen ins Feld geführt, um die Einführung von Bordellen zu unterstreichen. Wir fordern daher konsequenterweise, dass die Frauen – und zwar Sexarbeiterinnen UND Sexsklavinnen in die Diskussion einbezogen werden. Die Bürgermeister, die Vorschläge für eine „sichere Prostitution“ machen, haben die moralische Verpflichtung, von den Bedürfnissen der Frauen auszugehen. Sie sind schließlich die Schwächsten und Schützenswertesten im Gesamtphänomen Prostitution. Vielleicht stünden dann andere Maßnahmen als Halteverbot u.ä. im Blickpunkt, zum Beispiel ginge es eher um sichere Standplätze, Beleuchtung, Toiletten, Beheizung und hygienische Versorgung.

Aus diesen hier nur angerissenen Perspektiven heraus wird schon deutlich, wie schräg auch die aktuelle Debatte geführt wird und wie weiterhin die zentralen Punkte des Problems Prostitution umgangen werden. Verschieben in andere Stadtteile, Wegsperren hinter die Türen eines Bordells – das klingt im ersten Augenblick plausibel. In Wirklichkeit wird damit nichts gelöst, am allerwenigsten ändert sich etwas an der Misere der Frauen.

Dabei wäre das die Stelle, an der eine ehrliche, verantwortungsvolle und moderne Stadtpolitik ansetzen sollte.

Brigitte Foppa und Evelyn Gruber-Fischnaller, für die Grünen Frauen

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grün grau – grigio verde

 
   

Grüne Vorschläge zum Tag des Alters

Wir möchten eine nicht defizitäre Sicht auf das Alter, sondern das Ausgehen vom Wert, den ältere Menschen für die Gesellschaft darstellen. Darin müssen ältere Menschen geschätzt und gestärkt werden, zugleich braucht es, für die Lebensperiode mit zunehmend sich verändernden Bedürfnissen, neue Stützen.

Unsere Vorschläge:

  • ein Generationenvertrag, der sich nicht nur auf den Bereich Erwerbsarbeit reduziert, sondernv.a. gemeinsame Freizeitangebote und Orte des Zusammentreffens ermöglicht;
  • Co-Housing-Angebote im öffentlichen Wohnbau;
  • eine lebendige Infrastruktur in den Dörfern (Lebensmittelgeschäfte, medizinische Versorgung, kulturelle Angebote etc.) – was die Abwanderung für die Jugend, ist die Isolation für das Alter!
  • eine zusätzliche Absicherung für Frauen, die durch bis zu 27% weniger Verdienst auch weniger Rente beziehen;
  • die Entwicklung von geeigneten Bildungsmaßnahmen für SeniorInnen, etwa in den Bereichen politische Bildung, generationenübergreifendes Lernen, sexuelle Bildung und Gesundheits“erziehung“.
  • die Überprüfung der Auswirkungen der Pflegesicherung auf die Pflegenden und deren Absicherung (meistens Frauen, die in ihren eigenen späten Jahren wiederum weniger Rente beziehen);
  • wo immer möglich: Zusammenführung von Jung und Alt (z.B. Schulmensen, Kindertagesstätten, Hebammendienste…in SeniorInnen-Heimen)
  • Recht auf selbstbestimmtes Altern und auf ein würdiges, selbstbestimmtes Sterben.

Le proposte verdi per la terza età

Vorremmo che il modo di affrontare i temi della vecchiaia rispecchi il valore che le persone anziane rappresentano per tutta la società.  Gli anziani devono essere apprezzati, rafforzati e per questo abbiamo bisogno di nuove modalità di sostegno per venire incontro ai bisogni più svariati che questa fase della vita porta automaticamente con sé.

Le nostre proposte:

  • un accordo generazionale che non si riduca semplicemente all’ambito lavorativo, ma che offra soprattutto alternative comuni per il tempo libero e luoghi adatti all’incontro;
  • offerte di Co-Housing nell’edilizia pubblica;
  • infrastrutture vive e vitali nei paesi (negozi di alimentari, farmacie, offerte culturali, ecc.) – ciò che per i giovani significa “emigrazione” per gli anziani è “isolamento”!
  • ulteriori interventi di sostegno alle donne che, guadagnando fino al 27% in meno degli uomini, prendono anche una pensione inferiore;
  • sviluppo di offerte formative adatte alla terza età, ad esempio nell’ambito della formazione politica e corsi di insegnamento intergenerazionale sull’educazione sessuale e sulla salute.
  • verifica degli effetti dell’assegno di cura “Pflegesicherung” sulle persone che esercitano la cura ed assistenza agli anziani non autosufficienti (per lo più donne, che nella vecchiaia ricevono pensioni più ridotte).
  • dove possibile: facilitare l’incontro tra giovani e anziani (ad esempio collocando le mense scolastiche, gli asili, il servizio di ostetricia ecc. nelle case di risposo).
  • Diritto a una vecchiaia autodeterminata e a una morte dignitosa e autodeterminata.

Foppa_Gruber FischnallerBrigitte & Evelyn